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Der Naturkindergarten: Das Backhaus mit Holzbackofen

Getreideprodukte spielen seit vielen tausend Jahren eine entscheidende Rolle in der Ernährung des Menschen. Das Grundprinzip zur Herstellung von Brot und anderen Getreideprodukten hat sich trotz tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen im Laufe der vielen Jahre kaum verändert.

„Vom Korn zum Brot“, eine der ältesten Zubereitungsarten eines Grundnahrungs- mittels des Menschen, lässt sich für Kinder sinnlich in allen Schritten und Herstellungsabläufen „be – greifbar“ machen: Aussaat – Ernte der Gräser/ Körner – mahlen zu Getreidemehl – hinzufügen weiterer Zutaten wie Salz, Wasser, Hefe, usw. für einen Teig – verbrennen von Holz zur Wärmespeicherung in einem „Naturbackofen“ – schließlich das Ausbacken zum Brot. Bei allen Vorgängen sind Kinder aktiv in Handlungsabläufe eingebunden. Geräte und Backzutaten die für notwendige Arbeitsschritte erforderlich sind, werden zusammen mit Kindern und Mitarbeitern bereitgestellt.

Zum Anheizen des Ofens ist gut getrocknetes Buchenholz notwendig. In regel- mäßigen Abständen werden mit Eltern, Mitarbeitern und Fördervereinsmitgliedern Buchenholzstämme gemeinsam zersägt, gespalten und zum Trocknen aufgestapelt.

An regelmäßig eingeplanten Backtagen im Kindergarten, wird das benötigte Holz mit einigen Kindern ins Backhaus gebracht um den Ofen vorzubereiten.

Kinder erfahren beim Anheizen unmittelbar, dass zum Backen von Brot und allen Backwaren durch Abbrennen von Holz Wärme entsteht, die für alle Backvorgänge notwendig ist - also keine „Schalterwärme“ vom Elektroherd.

Mehl „wächst“ nicht im Regal oder in einer Tüte, sondern wird mit Mahlsteinen einer Kornmühle aus Getreidekörnern gemahlen, und in eine Rührschüssel einer Knetmaschine gebracht. Weitere Zutaten je nach Gebäckart werden hinzugefügt. Jeweils eine Kindergartengruppe bereitet den Teig für unterschiedliche Brot- oder Gebäcksorten für alle vier Gruppen des Kindergartens vor.

Beim Aufteilen der Teigmenge ist echte Handwerksarbeit gefragt!

Je nach Entwicklungsstand und unterschiedlicher Fähigkeiten der Kinder wird geknetet, gerollt, gedrückt, und der Teig „in Form“ gebracht.

Für eine besonders glänzende Oberfläche wird das Backwerk mit Wasser oder Milch bepinselt bevor es in den Ofen kommt.

Das Einschießen in den Holzbackofen und Begutachtung des fertigen Backwerks stellt jedes Mal einen besonderen Höhepunkt am Backtag dar.

Ob „Gemeinschafts-Backwerk“ oder Individuelles Backgut - Selbstgebackenes verströmt einen köstlichen Duft im Backhaus.

So individuell wie jedes einzelne Kind, so verschieden kommen die handgemachten Gebäckstücke aus dem Ofen. Große Freude beim wieder erkennen des eigenen Backwerkes.

Im Stuhlkreis, bei gemeinsamem wöchentlichem Frühstück oder zu besonderen Anlässen werden die von Kinderhand geformten Köstlichkeiten genossen.

Bildergalerie: Das Backhaus mit Holzbackofen

 
 

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